Interview mit Andreas Keck

Andreas Keck, neuer Vorsitzender des Stadtverbandes, ein verantwortungsvolles Amt – schon realisiert?
Ja und nein, ich hatte mich ja schon länger damit beschäftigt. Seitdem Daniel Föst im Spätherbst letzten Jahres Generalsekretär geworden ist, war mir klar, dass sich im Stadtvorstand etwas verändern wird. Der Zeitpunkt von Daniels Anruf war zwar dann doch überraschend, ich habe mich aber gefreut, dass er mich persönlich gefragt hat, ob ich kandidieren möchte. Gott sei Dank hatte ich das ja bereits grundsätzlich mit meiner Frau besprochen und viele positive Signale von Parteifreunden haben dann ihr übriges getan. Ich bin ja schon lange in der Münchner FDP aktiv, kenne dadurch sehr viele unserer Mitglieder persönlich. Die Ups und Downs der vergangenen Jahre habe ich alle live miterlebt, deshalb wusste ich sehr genau, auf was ich mich einlasse und habe die Aufgabe mit Freude angenommen.

Sie hatten knapp 2/3 Mehrheit bei der Wahl. Wie erklären Sie sich, dass es so eindeutig war?

Ich war an dem Abend gut drauf und hatte ein durchdachtes und mit vielen Mitgliedern bereits abgestimmtes Konzept. Meine Rede war eine Ergänzung zu meiner schriftlichen Bewerbung, die unsere Mitglieder ja im Vorfeld schon hatten. Ich wollte niemanden langweilen und einfach kurz und bündig klarmachen, was wir als Liberale inhaltlich in Zukunft besser machen müssen. Die beiden Themen „Freiheit“ und „Verantwortung“ müssen wir künftig wieder glaubwürdig umsetzen – das wollte ich rüberbringen und damit habe ich wohl einen großen Teil unserer Mitstreiter überzeugt..

Sie sind kein Quereinsteiger – wie lange sind Sie schon in der Partei?

Die Partei war immer meine Lieblingspartei, seitdem ich wählen darf.  Allerdings war ich nicht immer ein sehr politischer Mensch – bis zu dem Zeitpunkt, als mein Sohn Niclas auf die Welt kam, 1997. Wenn man Vater wird, spürt man eine andere Verantwortung als vorher. Da dachte ich mir, ich will meinem Sohn die Welt besser hinterlassen als ich sie vorgefunden habe, oder zumindest genau so gut. Und da die Politik wesentlich Teile unseres Lebens mitbestimmt, beschloss ich, mich parteipolitisch zu engagieren. Da gab es für mich eigentlich „nur“ die FDP. Alle anderen Parteien sind mir zu staatsgläubig – ich bin ein Freund von Verantwortung – für sich selbst und für andere.

Wie war Andreas Keck in der Schule – letzte Reihe Schafkopf oder erste Reihe Fingerschnipsen?

Erste Bank Schafkopfspielen! Ich wusste schnell, dass wenn der Lehrer direkt vor Dir steht, hat er nicht die erste Reihe im Fokus, weil er in der Regel über Dich hinwegsieht. Insofern konnten wir da vorne in Ruhe Schafkopfspielen, Musik hören und andere wichtige Dinge tun.  Hoffentlich liest das mein Sohn nicht – Vorbild ist anders.

Was haben Sie bisher beruflich gemacht, Sie waren ja schon in verschiedensten Bereichen der Gesellschaft tätig?

Ich habe in meinem Berufsleben immer mit Marketing zu tun gehabt. Ich bezeichne mich gerne als „Werber“. Wie kann ich über Kommunikation Meinungen „beeinflussen“ und meine Kunden „überzeugen“ – das war schon immer mein Fokus. Ich war Projektleiter bei BMW als Sponsoring-Experte, später als Berater für BMW-Händler. Ich habe auf Agentur-Seite gearbeitet, aber auch als Berater für Kunden. Ich bin Dozent an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing und an der IHK für Online-Marketing und E-Commerce. Die Lehrtätigkeit ist übrigens sehr zu empfehlen. Sie zwingt einen, sich immer wieder mit aktuellen Trends zu beschäftigen. Sehr gut um fachlich am Ball zu bleiben. Heute liegt mein Schwerpunkt auf Planung und Konzeption, klassischer Agenturtätigkeit im Sinne von Vermittlung, produziere mit einem Partner Filme und verkaufe Charivaris in meinem eigenen kleinen Onlineshop – letzteres aber eher als Hobby den als Einnahmequelle.

Wie sehr unterstützt Ihre Familie Ihr politisches Engagement?

Ich hätte weder die letzte Kandidatur für den Landtag, noch den Vorsitz für den Stadtverband übernommen, wenn meine Familie das nicht unterstützen würde. Natürlich ist meine Frau nicht immer froh, wenn ich soviel unterwegs bin, aber sie steht dazu. Ich bin ihr sehr dankbar für ihren Rückhalt.

Haben Sie Ihren Sohn schon „liberal infiziert“?

Mein Sohn Niclas ist seit seinem 14ten Geburtstag Mitglied bei den JuLis und seit er 16 ist auch bei der FDP. Im Augenblick konzentriert er sich aber erstmal auf die Schule – er macht gerade Realschul-Abschuss. Mal schauen, wie sich seine Interessen dann weiter entwickeln. Ich finde es grundsätzlich wichtig, dass sich junge Leute politisch engagieren. Daran müssen wir unbedingt arbeiten. Politik ist leider in den Augen vieler – nicht nur von Jugendlichen – uncool.

Was haben Sie für Hobbies?

Mein Haupthobby ist die Politik – ist ja bei mir alles Ehrenamt neben dem Job. Wenn dann noch Zeit bleibt, gehe ich gerne auf den Golfplatz, bin Mitglied im SV Jahn und gehe ab und zu dort ins Fitness-Studio oder zum Ballsport. Im Winter gehe ich gerne Skifahren und Langlaufen. Ich bin Musikfan, habe ein Schlagzeug, das ich viel zu selten malträtiere. Dabei kann ich sehr gut abschalten.

Sie sind Stier im Sternzeichen – wie ist der Stier?

Der Stier ist geradlinig, offen und ehrlich – jemand, der seine Dinge auch durchsetzen will. Psychologisch gesehen hat er einen hohen Rot-Anteil in seiner Persönlichkeit. Dadurch ist er eher dominant, was nicht immer vorteilhaft ist. Wer mich kennt, weiß, dass ich auch schon mal „sehr präsent“ sein kann und meine Mitmenschen geradezu überrolle. Aber ich arbeite daran und sage mir immer wieder: „Mensch Keck, besser zuhören, andere ausreden lassen, langsamer sprechen“ – manchmal gelingt mir das auch ganz gut.

Hat der Stier auch Humor?

Keine Ahnung, habe noch keinen lachen sehen. Spaß beiseite, ja, ich lache gerne. Das Leben ohne Humor, Spaß und „Frotzeleien“ macht doch keinen Spaß. Ich kann Gott sei Dank aber auch über mich selbst lachen.

Es gibt unter den Mitstreitern jetzt einen „Neuanfang“ personeller Art, wie motivierend ist der für Sie und die Mitglieder?

Motivierend ist da weniger der „Neuanfang“ – wir fangen ja nicht neu an sondern machen weiter, entwickeln uns weiter, wollen aus Erfahrungen lernen und dem Liberalismus in Deutschland die Stimme geben, die er dringend braucht.
Was mich motiviert ist, dass ich als Stadtvorsitzender treibende Kraft sein darf sowie Koordinator und Stimme eines richtig guten Teams engagierter Parteifreunde.

Sie sind jetzt Vorsitzender des Stadtverbandes München, aber Sie hatten in der Partei ja generell schon immer viel Verantwortung bisher?

Viel Verantwortung ist relativ. Aber ja ich habe von Anfang an immer wieder Verantwortung übernommen. Ich bin 1998 in die FDP eingetreten und wurde damals im KV Süd sehr schnell gebeten im Kreisvorstand mitzuarbeiten. Kurz darauf war ich sogar eine Zeit lang Stellvertr. Stadtvorsitzender – aus heutiger Sicht übrigens viel zu früh und zu unerfahren. Nach einer familiär bedingten Pause habe ich dann im Kreisvorstand West mitgearbeitet und nach einem Umzug dann im KV München-Nord. Mit der Zeit habe ich dann auch meine Liebe zur Programmatik entdeckt und durfte dann seit 2008 den Landesfachausschuss LFA Hochschule, Wissenschaft, Kunst und Bildung leiten, dessen Vorsitz ich gerade abgegeben habe. Als Sprecher für Wissenschaft, Forschung, Hochschule und Kultur der FDP Bayern werde ich aber der Bildungspolitik weiterhin erhalten bleiben. Jetzt auch noch über den Bezirksvorstand, andere LFAs, bei denen ich gerne mitarbeite, den BFA Bildung oder über mein Engagement für den Liberalen Mittelstand zu sprechen, würde aber den Rahmen sprengen, fürchte ich.
Seit 7. April ist meine Hauptverantwortung aber klar definiert: Vorsitzender der FDP München!

Mit welcher Vision treten Sie in München an?

Wir müssen 2017 zurück in den Bundestag. Und 2018 ins Maximilianeum. Liberale Politik kann man nur in den Parlamenten umsetzen.
Dazu muss die FDP in München schlagkräftig und gut organisiert sein. Wir brauchen motivierte Mitglieder und glaubwürdige Kandidaten, mit denen man einen Wahlkampf erfolgreich bestreiten kann.
Und wir müssen unsere Inhalte besser vermitteln. Sonst unterhalten wir uns am Stammtisch nur mit uns selber. Wir müssen anpacken und die FDP aus München heraus wieder zu einer glaubwürdigen Marke machen.
Dazu möchte ich meinen Teil als Stadtvorsitzender beitragen.


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