Ist der Modal-Split realistisch dargestellt?

Dr. Michael Mattar (FDP), Fraktionsvorsitzender: „Die neue Mobilitätsstudie in Deutschland zeigt für die Stadt München einen Nutzerzuwachs bei öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Fahrradverkehr und eine Abnahme von Wegen zu Fuß und mit dem Auto. Mit einem Anteil von 66 % für ÖPNV, Fahrrad und zu Fuß (2008 sollen es 63% gewesen sein) wird uns eine geradezu ideale Welt vorgestellt. Allerdings sind im gesamten MVV-Raum in 10 Jahren kaum messbare Veränderungen erfolgt, im Münchner Umland ist der Auto-Verkehr sogar angewachsen.

Die präsentierten Zahlen beziehen sich aber nur auf die Verteilung der Wege bezogen auf die einzelnen Verkehrsmittel. Klar ist, dass die Wege zu Fuß sicher viel kürzer sind als die mit ÖPNV und Auto. So führt die Studie (www.mobilitaet-in-deutschland.de/publikationen2017.html) auf Seite 13 aus, dass bei der Berücksichtigung von Personenkilometern (also der Einbeziehung der Entfernung der Wege) der Anteil in ganz Deutschland für „Fahrrad“ und „zu Fuß“ von 33% auf 6 % schrumpft. Dagegen wächst die Bedeutung des ÖPNV von 10% auf 19% und der Autoverkehr von 57% auf 75%.

Dabei ist interessant, dass für ganz Deutschland die Werte zwischen 2002 und 2017 sehr konstant sind und nur der ÖPNV gegenüber dem Autoverkehr einen Zuwachs (+ 4%) verzeichnet.

Diese Zahlen zeigen, dass sicherlich auch in München nur durch den massiven Ausbau des ÖPNV der Autoverkehr abnehmen wird. Ohne bessere Angebote mit deutlichen Taktverdichtungen von U- und S-Bahn sowie Bus und Tram, wird in der wachsenden Stadt der Autoverkehr inkl. Lieferverkehr eher absolut zunehmen.“

Deshalb stellt die FDP-HUT Stadtratsfraktion folgende Anfrage:

  1. Wie sieht die Verteilung der Anteile des Modal-Split bezogen auf die Personenkilometer (und damit der Länge der Wege) in München und dem MVV-Verbundraum aus?
  2. Wie erklärt sich, dass der Anteil des „zu Fuß gehens“ in der LH München bereits bei den Wegen so stark abgenommen hat?

Neueste Nachrichten