Nachruf auf Manfred Brunner

München verliert mit Manfred Brunner einen geradlinigen und aufrichtigen Liberalen

Manfred Brunner zog mit nur knapp 25 Jahren 1972 erstmals in den Münchner Stadtrat ein und verblieb dort bis 1987. Im Münchner Stadtrat gelang es ihm mit markanten Reden und hoher Sachkunde die FDP als Fraktionsvorsitzender über mehr als 12 Jahre zu profilieren. Von 1983 bis 1989 war Manfred Brunner in der Nachfolge von Josef Ertl Landesvorsitzender der FDP in Bayern. Als überzeugter Liberaler und Europäer kämpfte er vergebens gegen den Maastricht-Vertrag. Er sah dabei vieles Kommen, was sich erst in der Eurokrise ab 2010 bewahrheitete. Er opferte dabei auch seine Position als zweiter Mann hinter dem Kommissar Martin Bangemann.

Seine Kritik an der zu frühen Euro-Einführung führte dazu, dass er die FDP verließ. Mit dem von ihm gegründeten Bund Freier Bürger (BFB) gelang ihm 1996 erneut der Einzug in den Münchner Stadtrat; aufgrund zunehmend rechtslastiger Tendenzen seiner Partei, die mit seiner von allen politischen Weggefährten attestierten Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit wohl unvereinbar gewesen ist, erklärte Manfred Brunner 1999 seinen Austritt und kehrte in die FDP zurück, wenn auch nur für zwei Jahre. Der liberalen Sache blieb er jedoch Zeit seines Lebens verbunden. Manfred Brunner war uns auch ohne Parteibuch ein wichtiger Ratgeber. Sein analytisches Denken und immer höchst wacher Verstand hat jedes Gespräch mit ihm zu einem Gewinn gemacht. Manfred Brunner ist sich immer treu geblieben. Wir verlieren mit Manfred Brunner einen geradlinigen und aufrichtigen Liberalen.

Quellenangabe Foto: „Abendzeitung München – 26.06.2018“.


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