„Ein Tarifgebiet statt 4 gerechtigkeitssüchtigen Ringen“

München, 31. Mai 2017. In die Diskussion um die Reform des MVV-Tarifsystems hat die FDP München jetzt ihr eigenes Konzept eingebracht. Es sieht ein einziges Tarifgebiet vor statt allein vier Tarifringen in der Stadt. Die derzeitige „gerechtigkeitssüchtige Kreis-Waben-Ring-Logik“ sei weder zumutbar noch reformierbar, so die Freien Demokraten. Helfen könne jetzt nur eine mutige Reform.

„Das jetzige Tarifsystem ist an seinem Ende angekommen. Wir brauchen eines, das Touristen und Nicht-Münchner auf Anhieb begreifen können“, erklärt Dr. Michael Matter (FDP), Vorsitzender der Stadtratsfraktion FDP-HUT-Piraten. „Und auch die Münchner haben ein Anrecht auf einfachen und bedienungsfreundlichen Nahverkehr. Tarife sind kein Selbstzweck.“

Das FDP-Modell sieht ein günstiges Ticket ab 9 Uhr zum Preis von 365 Euro für eine Jahreskarte vor – als Einstieg in einen kompletten Flatrate-Tarif. Kinder bis 14 Jahre sollen ausnahmslos umsonst fahren können. Neben dem bereits bestehenden Studierendenticket soll es künftig auch ein Schülerticket geben. Die bisherigen IsarCards „9 Uhr“ und „60“ sollten dafür entfallen.

Alle Tickets sollen künftig bereits ab dem Kauf gültig sein und nicht mehr entwertet werden müssen. Dazu wäre kurzfristig ein System nötig mit Chip-Karte und elektronischer Aufladung. Lesegeräte, an denen die aufladbare Karte anonym ein- und ausgecheckt werden kann, sollen die bisherigen Stempelautomaten ersetzen.

MVV und MVG lehnen bislang einen Flatrate-Tarif ab – für die FDP München „völlig unverständlich. Dass damit Einnahmen von 80 Millionen Euro im Jahr wegfielen, ist eine Behauptung der Verkehrsbetriebe, für die sie keinerlei schlüssige Belege haben“, erläutert der FDP-Stadtvorsitzende Fritz Roth. Ziel müsse sein: „Einsteigen und Losfahren, ohne groß die Tarife studieren zu müssen. Dies sollten wir jetzt ausprobieren statt immer weiter abzuwarten. Mit weiteren theoretischen Debatten verliert München nur Zeit“, so Roth.

FDP fordert gebührenfreien Abschiedskuss

„Wir brauchen jetzt eine mutige politische Lösung, die dem raschen Wachstum Münchens nachhaltig Rechnung trägt. Und zwar bald: Das neue Tarifsysytem muss spätestens im Dezember 2017 kommen, nicht erst nächstes Jahr“, fordert Sven Gossel, verkehrspolitischer Sprecher der FDP München.

Der FDP-Vorschlag umfasst auch die Abschaffung der sogenannten Bahnsteigkarte. „Bislang kostet der Abschiedskuss am Bahnsteig Geld. Denn auch wer nicht in U- oder S-Bahn steigt, muss nach den gelten Regeln am Bahnsteig blechen. Diese gänzlich unmünchnerische Beziehungsfeindlichkeit wollen wir ein für alle mal aus der Welt schaffen. Abschiedsküsse müssen künftig bei uns gebührenfrei sein“, so Gossel.

FDP München
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