FDP München verleiht Chancenermöglicher-Preis an „charity münchen“

Ulrich Wickert und Alexander Gorkow sprechen über internationale Bedeutung der Pressefreiheit

München, 31. Januar 2017. Auf seinem Neujahrsempfang im Augustinerkeller am letzten Donnerstagabend hat der FDP-Stadtverband München das Münchner Straßenmagazin „charity münchen“ mit dem Chancenermöglicher-Preis ausgezeichnet. „Wir wollen die Aufmerksamkeit auf ein mit großem persönlichen Engagement geführtes Medium in der Stadt München lenken, um die Bedeutung der Pressefreiheit für unsere freie und pluralistische Gesellschaft zu betonen“, sagte FDP- Stadtvorsitzender Fritz Roth.

Laudator Michael Busch, Vorsitzender des Bayerischen Journalistenverbands, hatte zuvor unterstrichen, dass „charity münchen“ ehrenamtlich und zugleich „hochprofessionell“ geführt werde. Das Straßenmagazin mit Chefredakteur Tobias Irl und Herausgeber Felix Kreuzer wendet sich an Leser, die helfen wollen. „Ich habe immer wieder Menschen kennengelernt“, sagt Tobias Irl, „die helfen wollten, aber nicht wussten, wie. Die spenden wollten, aber nicht wussten, wohin.“ Ihnen macht „charity münchen“ seit gut einem Jahr Vorschläge. Wie bei einer Straßenzeitung üblich, wird sie von Bedürftigen, von sozial Schwachen und Obdachlosen auf öffentlichen Plätzen angeboten. Von den 2,50 Euro, die ein Exemplar kostet, bekommt der Verkäufer die Hälfte. Der Rest fließt in soziale Projekte und deckt einen Teil der Produktionskosten.

Der ehemalige Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert und Alexander Gorkow, Leiter des Seite-3- Ressorts der Süddeutschen Zeitung, hatten vor der Preisverleihung in einem von Anke Pöhlmann (FDP) moderiertem Gespräch auf der Bühne über die Bedeutung von Pressefreiheit und die Verantwortung von Journalisten debattiert. Derzeit müsse sich die Gesellschaft besonders herausgefordert fühlen, sagte Gorkow, wenn der neue Pressesprecher des US-Präsidenten drohe, Medien für angebliche Falschmeldungen „zur Rechenschaft ziehen“ wolle. Wickert betonte, es gebe kaum ein Land mit flächendeckend so vielen Qualitätsmedien wie Deutschland. Allerdings müssten Medienschaffende wieder stärker daran arbeiten, solide zu recherchieren und glaubwürdig zu sein: „Wenn es nur darum geht, wer eine Nachricht als erster hat, kommen auch viele Falschmeldungen heraus.“ Besonders anfällig sei Live- Berichterstattung kurz nach Terrorattentaten. Gorkow monierte, dass die ARD am Tag der Amtseinführung des US-Präsidenten und seiner „America First“-Rede zur Tagesordnung übergegangen und keine Spezial-Sendung gezeigt habe – „sondern ein Fußballspiel“.

Wickert lobte den nüchternen Ansatz des britischen Journalismus. In Deutschland präge das Feuilleton oft die Debatte zu sehr. „Über 500 Jahre Luther möchte man nicht immer 20 Seiten lesen“, sagte Wickert. Manchmal reiche auch „eine Seite im Economist“. Was den Vormarsch von Rechtspopulisten in Deutschland, Europa und Nordamerika angehe, macht sich Wickert keine großen Sorgen. „Wenn 15 Prozent AfD wählen, heißt das: 85 Prozent wollen keine AfD. Aber die Presse allein kann die AfD nicht bekämpfen. Hier ist Ihr gesellschaftliches Engagement gefordert“, sagte Wickert zu den zahlreich erschienenen FDP- Mitgliedern.

FDP München
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